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Der ÖDP-Kreisverband Main-Tauber hatte zu einer Besichtigung des Ökohofs in der Ernsthof-Siedlung bei Wertheim-Dörlesberg eingeladen. Dort betreibt das Ehepaar Joas gemeinsam mit sechs Kindern als Familienbetrieb seit 1998 einen Bauernhof nach den Richtlinien von Bioland.
Als Organisator des Nachmittags und gleichzeitig ÖDP-Landtagskandidat für den Main-Tauber-Kreis konnte Martin Schirmer aus Tauberbischofsheim etwa zwei Dutzend Parteifreunde sowie interessierte Gäste auf diesem Demonstrationsbetrieb des ökologischen Landbaus begrüßen. Auch Herbert Alexander Gebhardt aus Wertheim sprach in seiner Eigenschaft als Mitglied des Landesvorstands der ÖDP seinen Dank für die Einladung auf diesen vorbildlich geführten Hof aus.
Bei strahlendem Sonnenschein erläuterte Friedrich Joas die Philosophie des ökologischen Landbaus. Imponierend seine Hochachtung vor den ureigenen Kräften der Natur, die er bei ihrer Entfaltung gelassen unterstützt, aber niemals manipuliert. Das Prinzip der Einordnung des Menschen in die Ordnungen der Schöpfung bedeutet logischerweise die Ablehnung sowohl von synthetischer Düngung als auch von gentechnischen Experimenten. Selbst beim Gang durch den Kuhstall und die Melkanlage wurde etwas von dieser Grundhaltung erkennbar. Im Mittelpunkt des Interesses steht da nämlich nicht die jährlich erbrachte Milchmenge pro Kuh, sondern die Lebensleistung eines Tieres unter möglichst artgerechten Aufzuchtbedingungen. Ein neu geborenes Kälbchen gab diesbezüglich Anlass zu vielen Nachfragen aus dem Kreis der sehr interessierten Besucher.
Bei der Gesamtwürdigung seiner Betriebsergebnisse zog Friedrich Joas den eher bescheidenen, aber deshalb umso glaubwürdigeren Schluss: „Selbst wenn meine Produkte
nicht besser sein sollten als die der konventionellen Bauernhöfe, besser erzeugt sind sie auf alle Fälle”.
Mit seiner Biogasanlage samt angeschlossenem Blockheizkraftwerk, Photovoltaik auf dem Dach gibt der Ökohof Joas ein Beispiel für regionale Stromproduktion. Gerade angesichts der in Japan erneut gemachten Erfahrung, dass Atomkraftwerke letztlich nicht beherrschbar sind, ein zukunftsweisendes Gegenmodell der Energiegewinnung.
Am Ende der Hofbegehung dankte Martin Schirmer dem Gastgeber mit einem Präsent aus dem Tauberbischofsheimer Weltladen für die engagierte Führung und sprach ihm seine Anerkennung aus für die spürbare Identifikation mit seinem Ökohof sowie für seinen Mut zum eingeschlagenen Sonderweg.
In der abschließenden Kaffeerunde wurde auch noch das aktuelle Thema E 10 angeschnitten. Natürlich nicht unter der Fragestellung der Motorverträglichkeit sondern der ethischen Bewertung. Man kam überein, dass die Verarbeitung hochwertiger Nahrungsmittel zu Ethanol nicht vertretbar sein kann. Solange die Kraftstoffbeimischung jedoch lediglich aus minderwertigen Rohstoffen und Abfällen gewonnen wird, ist E 10 eine empfehlenswerte Benzinvariante.