„ÖDP im Gespräch“: Was wir ändern müssen

Der neue Bericht des „Club of Rome“ mit dem Titel „Wir sind dran. Was wir ändern müssen, wenn wir bleiben wollen“ stand im Mittelpunkt des letzten „ÖDP im Gespräch“ in Lauda. Dieter Nießner, Studienrat a.D. aus Augsburg und früher zeitweise als Entwicklungshelfer in Indien tätig, skizzierte Kernpunkte aus dem neuen Bericht. Fünfzig Jahre nach der Gründung des „Club of Rome“ wolle dieser Bericht Lösungen für die heutige Weltlage aufzeigen. Im Gedächtnis war vielen Teilnehmern noch der aufrüttelnde erste Bericht des „Club of Rome“ von 1972, „Die Grenzen des Wachstums“.

 

Unter der Überschrift „Die große Beschleunigung“ zeige der neue Bericht den dramatischen Anstieg der Veränderungen in den letzten fünfzig Jahren auf, so Nießner. Als tiefere Ursachen nenne er die Liberalisierung der Märkte, die Bankenderegulierung (Aufhebung der Trennung zwischen normalen Bankgeschäften und Investment) und die Politik der Welthandelsorganisation mit der Globalisierung der Güterproduktion. Damit sei das Gleichgewicht zwischen Märkten und Staaten verloren gegangen. Der Finanzsektor habe die Herrschaft über die Weltwirtschaft übernommen. Ein Beispiel für die Folgen der Bankenderegulierung: 2008 war der Nennwert der Finanzprodukte 640 Billionen US-Dollar - das war das 14fache des Bruttoinlandprodukts aller Länder der Welt. „Banken und Versicherungen sind heutzutage die umsatzstärksten Konzerne und bestimmen die Spielregeln“, so der Referent. Spekulationen auf Nahrungsmittel könnten ganze Staaten destabilisieren. Parallel dazu sei ein dramatischer Anstieg der Umweltzerstörung festzustellen.

In dieser Situation sei laut „Club of Rome“ ein neues Denken gefordert: weg vom Glauben, der ungezügelte und „freie“ Markt würde alles zum Besten regeln, weg vom Dogma, ständiges Wirtschaftswachstum würde die Menschen glücklicher machen. Aktienindex und Bruttosozialprodukt seien keine Maßstäbe für das Wohlergehen der Menschen. Ein echter Maßstab für den Fortschritt müsse zum Beispiel auch die Auswirkungen auf das Klima, auf die Qualität von Luft und Wasser oder den Verlust an Lebensqualität einbeziehen. Der „Club of Rome“ fordere zu einem vernetzten, ganzheitlichen Denken auf, das immer auch die Auswirkungen des eigenen Handelns in anderen Teilen der Welt mit berücksichtige. Als konkrete erforderliche Maßnahmen nenne der Bericht unter anderem einen Preis für CO2, die Regulierung der Banken, die Einführung einer Finanztransaktionssteuer, die Wiederherstellung einer unabhängigen Politik der Regierungen, die Stärkung des ÖPNV, eine Entlastung der Innenstädte sowie eine nachhaltige Landwirtschaft und Bildung.

 

Ute Göggelmann

 

 

 


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